Wasserschutzpolizei-Schule Hamburg
Die WSPS ist eine länderübergreifend finanzierte Einrichtung, an der nach Aufnahme des Schulbetriebes 1945 nunmehr alle Wasserschutzpolizeibeamtinnen und -beamten der Bundesländer Deutschlands aus- und fortgebildet werden (zzt. bundesweit rd. 3.100 Vollzugskräfte). Sie ist damit die “Mutter” aller deutschen Wasserschutzpolizeien der Länder.
Die WSPS dient der einheitlichen Aus- und Fortbildung der Beamten bei den Wasserschutzpolizeien der Länder im Rahmen des jeweiligen Landesrechts. Zzt. besteht das Lehrgangsangebot aus ca. 30 verschiedenen Lehrgängen mit einer Dauer bis zu 90 Tagen, die speziell auf die Anforderungen der Binnen- und Küstenländer zugeschnitten sind.
Ein wichtiger Bereich ist dabei die Radaraus- und -fortbildung für den See- und Binnenbereich, die in der WSPS an einem im Jahr 2006 grundlegend modernisierten Simulator durchgeführt wird. Die Schulung erfolgt unter realistischen Bedingungen durch echte Fluss- und Seeradaranlagen mit kompletten Brückeneinrichtungen und Simulation tatsächlicher Fahreigenschaften von Wasserschutzpolizeibooten und Fremdschiffen.
Seit 2003 wird in einem gesonderten Schulungsbereich bereits Aus- und Fortbildung an einer ECDIS-Simulationsanlage (elektronische Seekarte für den Seebereich) angeboten.
Aber auch Lehrgänge der Bereiche Gefahrgut, Umweltschutz, fachspezifische Führungsfortbildung, Funkausbildung, und Schiffsbetriebstechnik haben einen hohen Stellenwert.
Durchschnittlich werden pro Jahr 85 Lehrgänge mit ca. 1.000 Teilnehmern durchgeführt. In der Regel laufen aufgrund der Seminarraumkapazitäten rd. 7 Lehrgänge gleichzeitig. Soweit freie Kapazitäten vorhanden sind, steht ein Teil des Lehrgangsangebotes im Einzelfall auch externen Teilnehmern zur Verfügung, z.B. Interessenten aus dem Bereich der Sportschifffahrt.
Die vielfältigen Aufgaben an der Schule werden mit einem Personalkörper von 33 Mitarbeitern bewältigt, darunter sind auch 12 von den Ländern abgeordnete Lehrkräfte. Die mitten im Freihafen am Veddeler Damm 48 gelegene WSPS verfügt über rd. 120 Betten für die Unterbringung der Lehrgangsteilnehmer und -teilnehmerinnen.
Bei einem Haushaltsvolumen von rd. 2,4 Mio. € leistet die WSPS einen entscheidenden und kompetenten Beitrag zur Qualifizierung der Wasserschutzpolizeibeamtinnen und -beamten und trägt so zur Sicherheit auf den Bundeswasserstraßen und sonstigen schiffbaren Gewässern bei.
Quelle: WSPS Hamburg
ECDIS-Simulationsanlage
Mit der virtuellen Navigationsumgebung VWW (Virtual Waterway) können in der Simulation Verkehrsvorgänge auf Küsten- und Binnengewässern erzeugt werden. Diese Simulationsumgebung zeichnet sich durch eine detaillierte Modellierung der Dynamik von Schiffen in strömenden Gewässern aus, wobei eine große Anzahl von Schiffen in die Simulation einbezogen werden kann. Umwelteinflüsse, Störungen im Radarbild durch Regen, Wind und die Stärke von Strömungen können vom Arbeitsplatz des Ausbilders gezielt vorgegeben werden. In den Fahrerständen operieren die Auszubildenden sehr wirklichkeitsnah an echten Radargeräten und Fahrpulten. Die Fahrt bei unsichtigem Wetter auf See- oder Binnenwasserstraßen kann unter vorgegebenen Bedingungen geübt werden.
Die Anlage ermöglicht ein gleichzeitiges Training von bis zu 6 Schülern. Die drei von den Schülern gesteuerten virtuellen Schiffe und bis zu 24 andere Fahrzeuge, die vom Simulator oder den Ausbildern geführt werden, fahren in einem gemeinsamen Verkehrsszenario. Alle Darstellungen an den Schülerfahrständen werden aufgezeichnet und können wieder abgespielt werden, um die Übungen nachzubereiten.
in-innovative navigation GmbH liefert für dieses Projekt unter anderem das Inland ECDIS Navigationssystem RADARpilot720°, mit dem die bisher vorhandenen Fahrstände erweitert werden. RADARpilot720° ist als einziges Navigationssystem gemäß dem Standard der ZKR mit dem Inland ECDIS Zertifikat ausgezeichnet worden und findet zunehmend Verbreitung im Bereich der Binnenschifffahrt. Diese Software kann Informationen aus Radar, AIS, GPS und elektronischer Karte auf einem Bildschirm darstellen und damit eine optimale Orientierung auch bei schlechtesten Sichtbedingungen gewähren. Das simulierte Radarsignal kann ebenfalls im RADARpilot720° angezeigt werden.
Über seriellen NMEA-Datenaustausch erfolgt die Generierung aller Signale in einem Fahrstand, in dem Geräte wie Windmesser, GPS, Kreiselkompass, Echolot, Wendeanzeiger, AIS usw. angeschlossen sind. In den Trainingsräumen werden zudem realistische Nachbildungen der drehzahlabhängigen Motorengeräusche, von Schallsignalen sowie Unfallgeräuschen, z.B. bei einer Kollision oder beim Auflaufen, eingespielt.
Quelle: ELNA
Fotos: Ralf Scheer






