Bewerbungsvoraussetzungen

Marc Sevens

Montag, 2. Oktober 2006
Marc Sevens (21) beginnt, zusammen mit 11 weiteren Auszubildenden, als erster Lehrgang die neue Stufenausbildung bei der Berufsfeuerwehr Düsseldorf.

Bisher war für die Ausbildung zum Feuerwehrmann eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung erforderlich. Da die Zahl der geeigneten Bewerber im Laufe der nächsten Jahre nach Einschätzung aller Experten aus demografischen Gründen zurückgehen wird, entschloss sich die Feuerwehr Düsseldorf, in diesem Bereich frühzeitig einen neuen Weg einzuschlagen. Somit gibt es nun, parallel zur bisherigen Ausbildung, ein neues Modell in Form der Stufenausbildung. Hier können die Anwärter bereits nach ihrem Schulabschluss einsteigen. Für Marc eine willkommene Gelegenheit, ohne vorher einen etwa dreijährigen Umweg über den geforderten Gesellenbrief nehmen zu müssen. War er doch bereits mit 12 Jahren, durch den Beitritt zur Jugendfeuerwehr Kalkum vorbelastet und setzte dies mit seinem 18. Lebensjahr in der Freiwilligen Feuerwehr Kalkum fort.

Fachbereich Elektro

Für das Auswahlverfahren bereitete er sich vornehmlich auf die Bereiche „Körperlicher Eignungstest“ und das „Persönliche Gespräch“ vor. Da neben Basteleien an seinem PKW der Sport einen hohen Stellenwert in seiner Freizeit hat, konnte er in diesem Prüfungsteil besonders punkten. Weil Marc mit seiner Ausbildung eine Beamtenlaufbahn einschlägt, hatte er nach den schriftlichen, körperlichen und mündlichen Tests noch einige gesundheitliche Checks beim städtischen Amtsarzt über sich ergehen zu lassen. Seit dem 1.10.2006 ist er somit „Brandmeisterauszubildender“ und wird im Verlauf seiner Ausbildung ab dem 1.04.2008 "Beamter auf Widerruf“. Diesem Status folgt nach erfolgreicher Ausbildung der „Beamte auf Probe“ und mit dem 27. Lebensjahr der „Beamte auf Lebenszeit“.

Fachbereich Gas/Wasser

Das Einsatzspektrum der Feuerwehr beschränkt sich längst nicht mehr auf das Löschen von Bränden. Vielmehr steht heute die technische Hilfeleistung mit ihren vielfältigen Einsatzbereichen im Vordergrund. Hierfür ist es von Vorteil, wenn sich das Fachwissen des Feuerwehrmannes nicht wie bisher auf einen einzigen handwerklichen Bereich beschränkt, sondern dass er Grundkenntnisse und -fertigkeiten aus mehreren handwerklichen Berufen beherrscht. Um dem Rechnung zu tragen, wurde die neue Stufenausbildung dahingehend abgestimmt.

Sie gliedert sich daher in zwei Teile:

Fachbereich Holz

Nach einem zweiwöchigen Einführungslehrgang mit den Themenbereichen Einführung, Rechtsgrundlagen und Feuerwehrwesen besuchte Marc mit seinen Anwärter-Kollegen die Überbetrieblichen Ausbildungszentren (ÜBL) der an diesem Ausbildungsmodell beteiligten Düsseldorfer Handwerksinnungen. Dort wurde ihnen das technische Grundwissen in den Bereichen Elektro, Metall, Holz und Gas/Wasser vermittelt. Jeder Bereich erstreckte sich über einen Zeitraum von 4 Wochen. Anschließend folgte, für jeden der Bereiche, ein 3-4 wöchiges Betriebspraktikum (Teil 1) in einschlägigen Handwerksbetrieben.

In diesen Betrieben wurden unter anderem die folgenden Fertigkeiten vermittelt:

Fachbereich Metall (Karosseriebau)

Wie in jeder handwerklichen Ausbildung, fand auch hier einmal pro Woche ein ausbildungsbegleitender allgemeinbildender Unterricht an der Feuerwehrschule statt.
Nach 4 Wochen Ferien im Juli folgen weitere Betriebspraktika, begleitet von mehreren überbetrieblichen Ausbildungen.
Im Februar 2008 neigt sich der handwerkliche Teil dem Ende entgegen. Es geht an die Prüfungsvorbereitung, gefolgt von einer mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfung im März 2008. Danach folgt der feuerwehrtechnische Ausbildungsteil an der Feuerwehrschule.


Verfasser: Ralf Scheer
Fotos: Marc Sevens