08.02.03: Unliebsamer Gruß der Steinernen Bänke

Ein Frachtschiff schlug am Samstag auf dem Rhein leck und wurde bei den Fleher Deichen auf Grund gesetzt.

Düsseldorf. Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünscht man gemeinhin einem Schiff beim Stapellauf. Doch nicht nur der Kiel ist manchmal gefährdet, der Kapitän des Rheinschiffes "Neckarland" musste dies am Samstag schmerzlich erfahren. Wahrscheinlich war er hinter der Flughafenbrücke (A 44) bei Lörick zu dicht ans Ufer herangefahren und hatte die so genannten "Steinernen Bänke" touchiert. Diese Felsformation ist nur bei Niedrigwasser sichtbar. "Aber eigentlich kennen die Schiffer diese Stelle und umfahren sie", wunderte sich ein Wasserschutzpolizist über das Missgeschick des "Neckarland"-Steuermannes. Der Frachter, mit 1400 Tonnen Düngermittel beladen, schlug durch Kontakt mit den Felsen an zwei Stellen leck. Wasser drang auf der Steuerbordseite in das Vorderschiff ein, der Frachter drohte zu sinken.

Der Kapitän setzte das Schiff deshalb in seiner Not in Höhe des Stromkilometers 734 am Fleher Deich bewusst auf Grund. Die von der Wasserschutzpolizei alarmierte Feuerwehr rückte mit dem Löschboot, drei Rettungsbooten und 30 "Landkräften" zum Einsatzort aus. Mit starken Pumpen, Leistung rund 8000 Liter pro Minute, gelang es einen Teil des Wassers aus dem Schiff zu bekommen. Trotz der behelfsmäßigen Reparatur eines Lecks entlang einer Naht der Schiffshaut, konnte der Wassereinbruch nicht gestoppt werden.

Erst als das Wasser- und Schifffahrtsamt mit einem Schwimmbagger und zwei Berufstauchern anrückte, konnte der Havarist gesichert werden. Ein Teil des Düngers wurde noch vor Ort umgeladen, der Rest am Samstagmittag, nachdem das Schiff in den Neusser Hafen geschleppt worden war.

Von Marc Herriger