21.03.06: 13 000 Liter Diesel im Rhein
HAVARIE / Ruderanlage fiel aus. Tankmotorschiff rammte die Üferböschung unweit des Yachthafens. Großes Leck. Frachter wurde am Nachmittag abgeschleppt. Keine große Gefahr für die Fische.
Der Kapitän des deutschen Tankmotorschiffes "Sascha" hatte keine Chance, das Steuer herum zu reißen. Kurz vor dem Yachthafen fiel gestern gegen 11.30 Uhr das Ruder des mit 1164 Tonnen Diesel beladenen Schiffes aus. Der Mann am Steuerrad musste hilflos zusehen, wie der manövrierunfähige Frachter die Uferböschung rammte. Erst hundert Meter vor dem Yachthafen gelang es zu ankern. Zu spät: Durch die Havarie wurde eine der großen Tank-Kammern aufgerissen. Bis zu 13 000 Liter Gasöl flossen in den Rhein.
Innerhalb weniger Minuten waren die Feuerwehr mit dem Löschboot und die Wasserschutzpolizei vor Ort. Doch die Retter konnten das große Leck nicht stopfen. "Der Diesel floss so schnell aus , so schnell konnte man nicht hingucken", berichtete Feuerwehr-Sprecher Heinz Engels.
Die Einsatzleitung forderte sofort ein Schiff aus Krefeld an, um die beschädigte Kammer leer zu pumpen. Gegen 16 Uhr konnte der Tanker zum Düsseldorfer Hafen geschleppt werden.
Das alarmierte Umweltamt sieht keine großen Gefahren für die Fische im Rhein. "Das Gasöl hat sich schnell im Wasser verdünnt", erklärte Behördenleiter Werner Görtz.
Die Stadtwerke wurden vorsichtshalber informiert. Doch die Pumpen, die jeden Tag 120 Millionen Liter für das Trinkwasserversorgung fördern, mussten nicht abgeschaltet werden. "Wir gewinnen unser Wasser aus dem Uferfiltrat, der Diesel aber war an der Oberfläche", beruhigte Stadtwerke-Sprecherin Petra Beardsley.
Jetzt untersucht der HavarieKommissar die Unfallursache. (M.M.)
