Statistik verzeichnet mehr als 100 Einsätze pro Jahr auf dem nassen Element

Die so genannte Wasserrettung ist ein wichtiges Aufgabengebiet der Feuerwehr Düsseldorf. Jährlich verzeichnet die Einsatzstatistik mehr als 100 Einsätze auf und am Wasser. Die meisten von den Einsätzen registriert das Logbuch des Feuerlöschbootes für die Menschenrettung. Das Einsatzspektrum erstreckt sich weiter auf Wassereinbrüche nach Havarien von Groß- und Sportschiffen, die Brandbekämpfung auf dem Rhein und schließlich die Leichenbergung.

"Durch Unfälle, Havarien, Leichtsinnigkeit und das Missachten von Verboten kann es zu Gefahren für Menschen kommen, die leider immer wieder unterschätzt werden", betont Feuerwehrdezernentin Charlotte Nieß-Mache. Ein- bis zweimal wöchentlich ereignet sich ein Unfall auf dem Strom innerhalb Düsseldorfs. Denn der Rhein ist eine der großen und wichtigen Wasserstraßen Europas. Täglich transportieren Motorschiffe unterschiedliche Waren aus aller Welt und durchfahren die 42 Rheinkilometer des Stadtgebietes.

Für die Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Wasserrettung auf dem Rhein ist in erster Linie das Personal der im Hafen ansässigen Feuerlöschbootstation zuständig. Die Station an der Bremer Straße wurde im April 2003 in Dienst gestellt. Vorher befand sich der Standort an der Spitze der Speditionstraße. Von der 22-köpfigen Mannschaft sind rund um die Uhr fünf Kräfte mit Schifffahrts- und Radarpatent im Einsatz. Die Wasserrettung wird regelmäßig trainiert.

"Bei einer Alarmierung besetzen zwei Einsatzkräfte ein Rettungsboot, die restlichen drei das Feuerlöschboot", erklärt Peter Albers, Vizechef der Feuerwehr. Die Boote rücken bei den meisten Einsätzen zeitgleich aus. Das Rettungsboot ist wesentlich wendiger und schneller und bringt deshalb bei einer Menschenrettung einen entscheidenden Zeitvorteil. Das große Löschboot kann im Normalfall bis zu 25 Erwachsene und im absoluten Ausnahmefall, etwa bei einem Passagierschiffsunglück, bis zu 100 Personen gleichzeitig aufnehmen. Es führt eine Menge technischer Geräte mit und ist dadurch für viele Einsatzsituationen gerüstet.

Das Stichwort "Person im Rhein" der Alarm- und Ausrückordnung der Feuerwehr erfordert viele Helfer und Fahrzeuge. Die Boote von Feuerwehr und Wasserschutz werden von Feuerwehrtauchern, der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, Rettungs- oder Polizeihubschraubern sowie Landkräften von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr unterstützt.

Durch die Fließgeschwindigkeit des Rheins von bis zu zwölf Stundenkilometer - je nach Wasserstand - verteilen sich die Kräfte immer von der Sichtungsstelle flussabwärts über mehrere Kilometer gestreckt. Schwierig gestaltet sich die Suche in der Dunkelheit. Dabei kommen Nachsichtgeräte zum Einsatz. Nach dem Auffinden des verunglückten Menschen, versuchen ihn die Einsatzkräfte mit einer Spezialmatte ins Rettungsboot zu heben. Danach wird er durch den Rettungsdienst erstversorgt. Später wird die Behandlung - je nach Zustand des Geretteten - im Sanitätsraum des Löschbootes fortgesetzt. "Die Betroffenen sind meist völlig erschöpft und je nach Jahreszeit oft unterkühlt. Selbst ein routinierter Schwimmer unterschätzt die Strömung", berichtet Heinz Gerd Schröder, neuer Leiter der Feuerwehrlöschbootstation. Der Versuch, das Ufer quer zur Fließrichtung zu erreichen, ist aussichtslos. Die stark kräfteraubende Rettungsaktion kostet vielen das Leben. Besser ist es, das Ufer langsam diagonal in Fließrichtung zu erreichen. (pau)

Hintergrund: Technische Daten

Das Land Nordrhein-Westfalen unterhält drei große Feuerlöschboote in den Städten Köln, Duisburg und Düsseldorf und sechs kleine in Neuss, Köln, Bonn, Krefeld, Wesel und Emmerich. Das Einsatzgebiet erstreckt sich zwischen Bad Honnef und der Holländischen Grenze oder fachmännisch ausgedrückt von Stromkilometer 640 - 860.

Rettungsboot maximale Besatzung: Fünf Personen Nutzlast 1.300 Kilogramm Zwei Außenbordmotoren mit jeweils 29 KW oder 40 PS Geschwindigkeit maximal 60 Stundenkilometer Länge 5,40 Meter

Feuerlöschboot Verdrängung 98.000 Kilogramm Zwei innen liegende Dieselmotoren mit einer Gesamtleistung von 1.570 KW oder 2.134 PS Geschwindigkeit maximal 45 Stundenkilometer Länge 34 Meter Das Radargerät wird modifiziert, so dass auch GPS-Daten verarbeitet werden können.

Ausrüstung für Personenrettung Schwimmwesten Nachtsichtgerät Wärmebildkamera Kälteschutzanzüge Defibrillator Jasons Cradle (Rettungsmatte) Wurfleine mit Schwimmkragen (20 Meter)

5. Juli 2006

Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf