Montag, 5. November 2007, 9.12 Uhr, Robert-Lehr-Ufer Pempelfort

Heute Morgen ist ein Pkw aus bisher ungeklärter Ursache ungebremst mit hoher Geschwindigkeit in den Rhein gefahren. Das Fahrzeug tauchte sofort in den Fluten ab. Eine Frau konnte sich aus dem sinkenden Wagen befreien, sie wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Augenzeugen berichteten, dass der weiße BMW die kleine Verbindungsstraße von der Cecilienallee zum Robert-Lehr-Ufer - parallel zur Theodor-Heuss-Brücke – herunterfuhr. Im hohen Bogen passierte er die Uferböschung und stürzte in den Rhein. Die Beifahrerin rettete sich etwa 200 Meter stromabwärts ans Ufer und konnte von der Besatzung eines Rettungsbootes der Feuerwehr aufgenommen werden. Der Rettungsdienst versorgte die sichtlich geschwächte Patientin und transportierte sie ins Krankenhaus.

Feuerwehrtaucher, das Feuerlöschboot und weitere fünf Rettungsboote suchten die Unfallstelle auch mit Radargeräten ab, konnten aber weder Auto noch Fahrer bisher auffinden. Zwei Motorschiffe vom Wasserschifffahrtsamt suchen derzeit den Rheingrund mit einer speziellen Suchkette und Radartechnik ab. Zwei Hubschrauber und die Wasserschutzpolizei unterstützten den Einsatz. Die
Kriminalpolizei hat die Ermittlungen bereits aufgenommen.

Quelle: Feuerwehr Düsseldorf (Pressestelle)

Video: WDR "Aktuelle Stunde" vom 05.11.2007

Fotos: rp online, Andreas Bretz

Auto aus dem Rhein geborgen

Das Auto, das am Montagmorgen mit einem Ehepaar in den Rhein gerast ist, ist am Dienstagmittag geborgen worden. Um 12.35 Uhr zogen die Einsatzkräfte den Wagen aus dem Wasser und umhüllten ihn sofort mit einer schwarzen Plane. Transportiert wird es zurzeit zur Natorampe Lörick. Mit dem Wagen waren ein 47-Jähriger und seine Frau um Montag um 9.11 Uhr über die Ufermauer gerast. Die Frau konnte ans Ufer schwimmen.

Nach acht Stunden Suche hatten die Einsatzkräfte gestern das Auto nahe der Theordor-Heuss-Brücke gefunden. Doch weil es zu dunkel wurde, konnten sie nichts mehr tun. Heute, um 12.35 Uhr, zogen die Einsatzkräfte mit Hilfe des Taucherglockenschiffs "Carl Straat" den Wagen aus dem Wasser. Diese Glocke erlaubt ein Arbeiten im Trockenem unter Wasser, da sie mittels Luftüberdruck gegen eindringendes Wasser geschützt wird.

Durch die beiden Verkehrssicherungsschiffe "Neuss" und "Anger" wurde der Bergungsbereich abgesichert. In der heruntergelassenen Tauchglocke wurde der Wagen an Kettenzügen an die Wasseroberfläche gezogen und zum Transport auf das Peil- und Messschiff "Bingerbrück" gehoben. Mit an Bord auch die Mordkommission. Im Fahrzeug befand sich der 47-jährige Fahrer. Deshalb wurde das Auto direkt mit einer schwarzen Plane verhüllt. Das Schiff fuhr zunächst zur Natorampe nach Lörick, von dort wurde das Auto zur Polizei gebracht, wo es untersucht wird. Die Leiche des Mannes wurde nach der Bergung in die Gerichtsmedizin Düsseldorf gebracht. Dort wird der Leichnam obduziert.

Die genauen Hintergründe zur Tat sind noch unklar. Die Polizei geht von einem Selbstmord eines psychisch auffälligen Mannes aus. Am Montag hatten sich dramatische Szenen am Robert-Lehr-Ufer abgespielt. Gegen 9.12 Uhr war mit quietschenden Reifen ein weißer Dreier-BMW auf den Rhein zugerast und über die Böschung in einem hohen Bogen in den Rhein geflogen. Die Frau handelte geistesgegenwärtig: Als der weiße BMW neben dem Steiger an der Theodor-Heuss-Brücke im Wasser versank, befreite sie sich aus dem Wagen, schwamm 200 Meter weiter und rettete sich ans Ufer. Passanten halfen ihr die steile Böschung hinauf. Dann kam auch schon ein Rettungswagen, brachte die unter Schock stehende 46-Jährige ins Krankenhaus.

Kurz zuvor hatten diese Passanten fassungslos auf das Auto gestarrt, das von der Cecilienallee zum Ufer raste. „Der hat richtig Vollgas gegeben“, sagt ein Spaziergänger, „ich dachte noch: wenn da jetzt jemand vorbei gegangen wäre...“ Noch bevor er den Gedanken zu Ende denken konnte, hob der BMW von der Kante des Robert-Lehr-Ufers ab, flog über den etwa 13 Meter breiten Felsstreifen und versank „wie ein Stein im Wasser“.

Ihren Helfern berichtete die gerettete Düsseldorferin, ihr Mann habe am Steuer gesessen. Eilends wurden Feuerwehrtaucher und ein Hubschrauber alarmiert, dessen Besatzung mit einer Wärmebildkamera nach dem Wagen suchte - vergebens. Auch ein Boot des Wasser- und Schifffahrtsamtes, das mit einer Kette den Grund abstreifte, hatte keinen Erfolg. „Es gibt hier mehrere tiefe Löcher im Flussbett“, erklärte ein Feuerwehrsprecher.

Am Montagnachmittag schickte die Schifffahrtsbehörde ein Peilboot, das im stockfinsteren Rheinwasser nach dem Auto suchte. Erst nach 17 Uhr wurde der BMW nah am Ufer unter der Theodor-Heuss-Brücke geortet. Für die Bergung war es da bereits zu dunkel.

Für das Leben des Mannes, der in dem Auto untergangen war, gab es schon nach kurzer Zeit keine Hoffnung mehr. Die Polizei geht nach dem ersten Gespräch mit der Ehefrau davon aus, dass der 47-Jährige, der „psychisch auffällig“ gewesen sei, absichtlich ins Wasser fuhr. Staatsanwalt Ralf Herrenbrück spricht von einem versuchten Tötungsdelikt. Eine Anklage wird er dafür aber wohl nie erheben.

Quelle: rp online

Fotos: rp online, Susanne Kleybrink