28.03.2007: Havarie in Köln wirkt sich aus
Seit dem Containerunfall des Frachters "Excelsior" am Sonntagnachmittag in Köln ist der Rhein zum Teil gesperrt und hunderte Schiffe stecken im Stau. Auch in Düsseldorf wirkt sich die Havarie aus. Inzwischen liegen hier rund 50 Frachter vor Anker, die nicht weiterfahren können. Laut Auskunft der Wasserpolizei können es in den kommenden Tagen noch mehr werden.
Eine problematische Situation, denn: "Der Rhein ist die bedeutendste Wasserstraße in Europa", erklärt Jens Schwanen, Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg. Rund 50 Schiffe sitzen zur Zeit im Düsseldorfer Hafen fest. Das ist jedoch laut Wasserschutzpolizei kein Problem. Platz für weitere Schiffe sei ausreichend vorhanden. Allerdings würden die meisten Frachter aufgrund der Lage in Köln gar nicht erst losfahren oder – wenn möglich – eine andere Route nehmen. Der Rhein ist nicht nur für Deutschland wichtig, sondern hat auch international eine enorme Bedeutung. Denn er biete Anschlussmöglichkeiten zu wichtigen Seehäfen wie Rotterdam, Antwerpen oder Amsterdam. Rund ein Fünftel der Fracht kommt aus oder geht ins Ausland.
Keine Nachschubprobleme erwartet
Trotz der mehrtägigen Sperrung rechnet Schwanen aber nicht mit Versorgungsengpässe bei den Kunden der Binnenschiffer. Kein Hochofen müsse stillstehen und auch die Produktion in den Chemiestandorten könne weiterlaufen, auch wenn ihr Nachschub kurzzeitig feststecke. Denn die Unternehmen seien sich der Probleme bewusst, die der Wasserweg mit sich bringe. Darum arbeiteten sie mit Puffern. "Es ist ein lebendiger Fluss und alle kennen das Risiko von Anfang an", meint der Experte. Der letzte große Unfall mit Containern liegt nach seinen Worten 25 Jahre zurück. Damals waren im rheinland-pfälzischen Unkel nach dem Brand eines Frachtschiffs sogar über 60 Container in den Rhein gestürzt.
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