Freitag der 13. - Bundesweiter Rauchmeldertag: Feuerwehr appelliert an Bevölkerung, die Lebensretter zu installieren

(Video: center.tv Düsseldorf)

Trotz aller Vorsicht der Bewohner ist keine Wohnung vor einem Brand gefeit. Defekte an elektrischen Anlagen und Geräten können zum Beispiel zu Wohnungsbränden führen. Besonders nachts endet ein Brand für die Wohnungsinhaber oft tödlich. "Rauchmelder retten Leben. Denn Brandrauch breitet sich mit hoher Geschwindigkeit in Räumen, Wohnungen und Treppenhäusern aus. Nachts bleibt er oft unbemerkt, da der Geruchssinn des Menschen im Schlaf ausgeschaltet ist. Die Warngeräte dagegen schlagen schon bei geringen Rauchkonzentrationen Alarm und wecken selbst tief schlafende Menschen auf", erklärt Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies anlässlich des Rauchmeldertages am 13. August.

In Deutschland sterben bei über 200.000 Brandeinsätzen jährlich weit mehr als 600 Menschen. Der größte Teil stirbt durch das Einatmen von Brandrauch. Mehr als 5.000 Betroffene verletzen sich bei Bränden. Die Sachschäden, die dabei entstehen, schätzen die Feuerversicherer auf mehr als sechs Milliarden Euro.

Wie nützlich Rauchmelder sein können und dass durch ihren Einsatz Schlimmeres verhindert wird, zeigen vier aktuelle Beispiele aus Düsseldorf: Bei einem Zimmerbrand auf der Bernburger Straße in Eller am Samstag, 13. Februar, 8.50 Uhr, wurden zwei Hausbewohner schwer und drei weitere Mieter leicht verletzt. Vermutlich durch angebranntes Essen kam es in der Wohnung im Erdgeschoss zu einem Brand mit sehr starker Rauchentwicklung. Beim Löschversuch zogen sich der 60 Jahre alte Wohnungsinhaber und sein 30-jähriger Nachbar eine starke Rauchgasvergiftung zu. Beide wurden per Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Aachen transportiert. In der Brandwohnung waren noch ein Hund, eine Katze und zwei Papageien, die ebenfalls von der Feuerwehr gerettet wurden. Einer der Notrufe kam von einer Familie im dritten Obergeschoss. Dort hatte der im Wohnungsflur hängende Rauchmelder einen Alarm ausgelöst. Der Sachschaden wird auf 40.000 Euro geschätzt.

Bei einem Brand in einem Hotel auf der Werstener Dorfstraße sind in der Nacht zum Dienstag, 6. April, gegen 3 Uhr, drei Menschen durch Brandrauch schwer verletzt worden. Der Koch und zwei Herbergsgäste kamen in ein Krankenhaus. Der Treppenraum und das ausgebaute Dachgeschoss brannten völlig aus. Die Schadenhöhe schätzt die Feuerwehr auf mehr als 500.000 Euro. Ein schrillender Rauchmelder hatte den Wirt geweckt, der die Feuerwehr alarmierte.

Zwei Bewohner eines Hauses an der Konradstraße in Eller konnten am Samstag, 17. April, 23.09 Uhr von der Feuerwehr aus einer Wohnung gerettet werden, in der sich Brandrauch ausgebreitet hatte. Aufmerksame Nachbarn wurden in der Nachbarwohnung durch die schrillen Töne eines Rauchmelders aufgeschreckt. Sie hatten daraufhin die Feuerwehr-Leitstelle angerufen. Im Schlafzimmer fanden die Retter ein dreijähriges Kind und seine Mutter bewusstlos vor und retteten sie ins Freie. Die Ursache der Rauchentwicklung war angebranntes Essen in der Küche.

Durch den Alarm eines Rauchmelders wurden am Montag, 19. April, 23.30 Uhr, in einem Haus an der Kölner Straße in Oberbilk Nachbarn auf den Brand in der Wohnung eines 80 Jahre alten Mannes aufmerksam und alarmierten die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte brachen die Wohnungstür auf und retteten den Bewohner aus seiner verrauchten Wohnung. Vermutlich durch glimmende Tabakreste hatte sich Papier in der Wohnung des gehbehinderten Mannes entzündet.

"Obwohl 65 Prozent aller Brände tagsüber ausbrechen, werden 70 Prozent aller Brandtoten bei nächtlichen Feuern verzeichnet", erläutert Feuerwehrchef Peter Albers.

Hintergrund: Rauchmelder

Rauchmelder schlagen schon bei geringen Rauchkonzentrationen zuverlässig an und werden oft zum Lebensretter. Sie geben einen lauten Warnton ab. Er weckt auch Tiefschläfer sicher auf. So werden Brandherde früh entdeckt und größere Schäden verhindert. Rauchmelder müssen bei Geschäftsbauten, Industrieanlagen und Hotels eingebaut werden. In Privatgebäuden gibt es in Nordrhein-Westfalen keine gesetzliche Regelung. In folgenden Bundesländern sind Rauchmelder dagegen vorgeschrieben: Rheinland-Pfalz, seit 2003; Schleswig-Holstein, seit 2004; Saarland, seit 2004; Schleswig-Holstein, seit 2004; Hessen, seit 2005; Hamburg; seit 2006; Mecklenburg-Vorpommern, seit 2006; Thüringen, seit 2008; Sachsen-Anhalt, seit 2009; Bremen, seit 2010.

Die Geräte arbeiten in der Regel nach dem Streulichtprinzip. Dringt Rauch in den Melder ein, wird ab einer bestimmten Konzentration ein Lichtkegel auf eine Fotozelle gelenkt, die dann einen akustischen Alarm auslöst. Hierfür sorgt ein handelsüblicher 9-Volt-Batterieblock. Sind mehrere Rauchmelder in einer Wohnung installiert, können diese untereinander mit Kabel oder per Funk verbunden werden. Das verbessert die Sicherheit erheblich. Rauchmelder sind in Baumärkten, Groß- und Einzelhandelsgeschäften bereits ab fünf Euro zu erwerben.

Beim Rauchmelderkauf auf folgende Punkte achten:


(Quelle: Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf)